»Wissen Sie, Herrschaften, wenn einer die Welt vernichten wollte, könnte er zwei Drittel einfach schon dadurch kaputtkriegen, dass er die Großen und Reichen auf Trab hält. Er muss ihnen dermaßen zusetzen, dass sie kaum imstande sind, ihre eigenen Probleme zu lösen. Die Dritte Welt ist aber darauf angewiesen, dass ihr die Großen unter die Arme greifen. Sie lebt davon, hin und wieder den gerechten Zorn Amerikas zu spüren, einen kleinen Wechsel im Regime, dass wir uns mit ihren Drogenbossen einigen und Forderungen an Wirtschaftshilfe koppeln. Das alles fällt flach. Wir mögen es belächeln, wenn Wale auf Boote springen, weil das Wohl und Wehe unserer Wirtschaft nicht von Barken und Binsenbündeln abhängt, aber der westliche Lebensstandard ist nicht gerade repräsentativ. Denken Sie dran, wenn Sie heute Abend im kalten Büffet rummatschen. Für die Dritte Welt sind Anomalien das Aus! El Niño ist das Aus. El Niña ist das Aus. Wenn wir Bilanz ziehen, was uns die Natur in den letzten Monaten an Extravaganzen geboten hat, erscheinen einem solche Phänomene wie nette alte Freunde. Man würde sich nachgerade wünschen, sie kämen mal wieder auf ein Bier vorbei, aber am Arsch geleckt, Herrschaften! Wir haben jetzt andere Gäste. In Teilen Europas herrscht der Ausnahmezustand. Und was heißt das? Dass keiner mehr nach Dunkelheit auf die Straße gehen darf, weil er sonst Gefahr läuft, nasse Füße zu bekommen? — Ich will Ihnen sagen, was es heißt. Es heißt, dass Europa die humanitäre Katastrophe
Wir haben einen GAU in Norwegen, einen in England. Sind Sie bedient? Ich hätte noch den vollständigen Zusammenbruch der Stromversorgung zu bieten.
Vanderbilt förderte ein weißes Taschentuch zutage und tupfte sich die Stirn ab. Peak war kurz davor, sich zu übergeben. Er hasste diesen Mann. Er hasste es, dass Vanderbilt niemandes Freund war, wahrscheinlich nicht mal sein eigener. Ein Defätist, ein Zyniker, eine Dreckschleuder. Am meisten hasste Peak, dass Vanderbilt in fast allem, was er sagte, Recht behielt. In seinem Hass auf Vanderbilt war er sich sogar mit Judith Li einig.
Abgesehen davon hasste er auch Li.
Manchmal hatte er sich bei der Vorstellung ertappt, wie er Li die Kleider vom Leib riss und ihr auf dem verdammten Laufband die Süffisanz austrieb, dieses arrogante Gehabe einer Tochter aus gutem Hause, der man den Fremdsprachenunterricht und die Diplome nur so reingeblasen hatte. In solchen Momenten kam der Jonathan Peak in ihm zum Vorschein, der unter anderen Umständen wahrscheinlich Anführer einer Gang, Dieb, Vergewaltiger und Mörder geworden wäre.
Dieser andere Peak ängstigte ihn. Der andere Peak glaubte nicht an die Ideale von West Point, an Ehre, Ruhm und Vaterland. Er war wie Vanderbilt, der alles in den Dreck zog und durchblicken ließ, der Dreck sei die Realität. Der andere Peak war im Dreck groß geworden. Ein schwarzer Mann, geboren im Dreck der Bronx.