Whitbread ließ sich Zeit. Das Schiff wurde langsam größer. Sein Kernstück war schmal wie ein Speer. An den Flanken waren Markierungen angebracht: Luken, Instrumentöffnungen, Antennen? Eine einzelne, schwarze eckige Flosse ragte etwa in der Mitte aus dem schlanken Rumpf — möglicherweise eine Abstrahlfläche.

In den dicken, durchsichtigen Ringwülsten, die das vordere Ende umgaben, konnte er sich bewegende Schatten erkennen. Sie waren deutlich genug, um einen seltsamen Schauder in ihm zu erwecken: verzerrte, halbmenschliche Gestalten, Gnome, vielarmige Monstren …

Vier Ringe, und in allen waren Schatten zu sehen. Whitbread meldete an die Mac Arthur: »Sie verwenden die Treibstofftanks als Kabinenraum. Ohne unsere Hilfe können sie also nicht mehr nach Hause.«

Die Stimme des Kapitäns: »Sind Sie sicher?«

»Ja, Sir. In diesem Rumpf könnte zwar noch ein Tank sein, aber der wäre dafür kaum groß genug.«

Er hatte jetzt fast das fremde Raumfahrzeug erreicht. Er ließ sein Boot sachte herantreiben, so dass es längsseits der bemannten Treibstofftanks zum Stillstand kam.

Dann öffnete Whitbread seine Luftschleuse.

Augenblicklich ging nahe dem vorderen Ende des Metallrumpfs eine Luke auf. Ein Split trat in die ovale Öffnung; es trug eine durchsichtige Hülle und wartete.

Whitbread sagte: »Bitte um Erlaubnis, das Taxi verlassen …«

»Genehmigt. Berichten Sie, wenn sich die Gelegenheit ergibt. Ansonsten müssen Sie Ihr eigenes Urteilsvermögen gebrauchen. Die Infanterie steht in Bereitschaft, Whitbread, also rufen Sie nicht um Hilfe, außer es ist ernst. Eine Rettungsmannschaft ist in Augenblicken drüben. Und jetzt alles Gute.«

Als Cargill verstummte, meldete sich wieder die Stimme des Kapitäns. »Riskieren Sie nicht zu viel, Whitbread. Denken Sie daran, wir wollen, dass Sie zurückkommen und berichten können.«

»Aye, aye, Sir.«

Das Split wich geschickt zur Seite, als Whitbread zu der fremden Luftschleuse hinüberschwebte. Es wirkte irgendwie komisch, wie das Split so im Vakuum stand und sich mit der großen linken Hand an einem Ring festhielt, der aus dem Rumpf ragte.

»Überall gibt’s hier Vorsprünge und herausragende Gegenstände«, sagte Whitbread in sein Mikrofon. »Dieses Ding kann einfach nicht aus einer Atmosphäre gestartet worden sein.«

Er bremste in der ovalen Öffnung ab und nickte dem sanft lächelnden Fremden zu. Er meinte es nicht einmal sardonisch, als er förmlich sagte: »Bitte um Erlaubnis, an Bord kommen zu dürfen.«

Das fremde Wesen verbeugte sich aus der Taille — oder war das ein Nicken? Das zum Nicken geeignete Gelenk lag unterhalb der Schultern, und Hals gab es keinen. Das Split deutete mit den zwei rechten Armen in das Schiff.

Die Luftschleuse war eng, auf Split-Größe zugeschnitten. Whitbread entdeckte an der Wand drei versenkte Knöpfe, von denen ein Netz silbriger Streifen ausging. Eine Schaltung. Das Split bemerkte sein Zögern; nach einigen Augenblicken langte es an ihm vorbei und drückte zuerst auf einen, dann auf einen zweiten Knopf.

Die Schleuse schloss sich hinter ihnen.

Die Vermittlerin stand im Nichts und wartete, dass die Schleuse in Gang gesetzt wurde.

Sie wunderte sich über den seltsamen Körperbau des fremden, seine Symmetrie und die komisch hervortretenden Knochen. Dieses Wesen war ganz offensichtlich nicht mit der bekannten Fauna verwandt. Und sein Mutterschiff war in einem Punkt aufgetaucht, den die Vermittlerin als den Närrischen Punkt kannte.

Noch mehr erstaunte sie aber, dass das Wesen nicht imstande war, ohne Hilfe die Schleusenschaltung zu begreifen.

Es musste als Vermittler gekommen sein, und es musste intelligent sein. Musste es das? Würde man ein Tier vorschicken? Nein, gewiss nicht. Das wäre in jeder Kultur eine tödliche Beleidigung gewesen.

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