1Pfeifend fegt die todten FolderBraust und wirbelt Sturm und Schnee.Heulend neigen sich die Walder,Kalter Stein ist Bach und See.Aber in des Winters TobenIn des Jahres dustrer NachtFallt ein reines Licht von oben,Das dem Geist, wie Eden, lacht.Hort es aller Menchen Ohren,Engel Gottes lobt und singt:Christus ist der Welt geboren,Der uns Heil und Gnade bringt.2Ja, an diesem schonen Tage,Weiche, fliehe Gram und Schmerz,Schweige du, des Lebens Plage,Sorge, driicke nicht das Herz!Allen giebt des Festes SonneAllen das verlohrne GluckAllen die gesuchte Wonne,Allen Seeligkeit zuriick.Erd' und Himmel schliessienFriedcn Friede sang in jeder BrustDort ist jeder und hieniedenEines Vaters sich bewusst.3Freude in des Aethers RaumenFullt das UnvenneBte aus;Zu den heitern WeihnachtsbaumenRuft die Freude jedes Haus.Wenn des Seraphs Hymnen schallenVor des Schopfers AngesichtHort er auch des SauglingsLallen Und vergifit des Staubes nicht.Nichts ist klein dem Blick der LiebeNichts ist ihrem Blick zu Grofi.Liebe pflegt der Mutter TriebeUnd das All in einem Schoss.4Doch was lacht auch in der Feme,Wie Vergissmeinnichtes blau,Glanzet wie des AbendsSterne Leuchtet wie des Morgens Thau?Welch' em paradisisch WebenHaucht mich an mit Schmerz und Lust?Welch' ein neues reges LebenWogt in meiner vollen Brust?Seh ich denn dich endlich wieder,Dich, den ich beweinen mufi,Steigst du wirklich zu mir nieder,Meiner Unschuld Genius?5Und ich blick umher und frage:Kehrt zuriick der Stunden Lauf?Meine langst verbluhend TageStehen sie vpm Grabe auf?Stimmen, mir bekannt und teuerRauschen um mein traulich Ohr.Was da ist, bedeckt ein Schleier:Wieder bin ich vor dem Tor;An der Schwelle bin ich wiederMeines Lebens, froh und blindHore meiner Hoffnung Lieder,Seelig bin ich, bin ein Kind.6Sie sind mit gesammelt alleDie das Schicksal mil geraubt:Zu der heimathlichen HalleSeh' ich dem geliebtes Haupt.Mutter, Freundin meiner Jugend,Memer Kindheit Fuhrerin,Ueren fromme, lautres TugendDeren hoher HeldersinnWicht aus diesen Zeiten stammet,Wo die Selbstsucht Thaten wagt,Wo kein reines Feuer flammet,Wo kein Herz wie deines, schlagt.7Und bereitet sind die Gaben,Und die Kerzen brennen klar,Dass doch Stunden Flugel habenUnd mein Gliick ein <нрзб.> war?Seelig wont ich nur im Traume;Ach, der goldne Traum geschloss,Gleich dem leichten, weifienSchaume In der Wellen schwarzen schoss.Duster sind die Fenstern Mauern,Niemand meiner Lieben da —Ewig word' ich um sie trauernDas mein Wunsch ist ilinen nah.8Wie das schonste Fest der ErdeIn des Winters Dunkel fallt,Also, Teure Mutter, werdeDeines Winters Nacht erhelt:Mogst du Trost und Ruh undFreud e Nehmen von der TochterHand Ahnlich sind sie ja die beide,Allem edlen ja verwandt.Stillen werden sie dasLehnen Deiner leiderfullten Brust,Trocknen deiner Wangen Traneo,Lindern jeglichen Verlust.[168]
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