Ein weiteres wichtiges Mosaik seines Armenien-Bildes bildet die armenische Sprache, besonders das Altarmenische (Grapar), das Mandel’stam (erfolglos, wie er selbst erkl"art[281]) zu erlernen versuchte. Die fremde Sprache ist ihm Herausforderung: «Дикая кошка — армянская речь — / Мучит меня и царапает ухо»[282], zugleich symbolisiert sie jene unverf"alschte Kultur, die sich eben durch ihre unverf"ugbare Sprache den politischen Zumutungen der Zeit entzieht.
Die poetische Spannung des gesamten Reisetextes «Putesestvie v Armeniju» resultiert aus der Gegen"uberstellung des ungeliebten Moskaus derfinsteren Spiesserfamilien («суровые семьи обывателей») mit dem lichten Armenien, «где черепа людей одинаково прекрасны»[283]. Nur drei von acht Kapiteln haben Armenien zum Schauplatz[284]. Der Akmeist verteidigt sein Konzept der kulturellen Autonomie und einer lebendigen h"ausliche Kultur, in das das transkauskasische Armenien genauso geh"ort wie das weltl"aufige, europ"aische Petersburg — nicht aber das «buddhahafte Moskau»[285].
Die "uberraschende und "ubergangslose Hinwendung zur franz"osischen Malerei in Moskau (Kapitel «Francuzy») in einem Text "uber seine Armenien-Reise erkl"art sich aus einer Vorstellung, die die europ"aische Kultur als ein geistiges Kontinuum denkt und nicht als einen abgeschlos-senen Raum. Im «buddhahaften Moskau» sucht er die Spuren, die von europ"aischer Kultur zeugen und verbindet sie kraft seiner poetischen Assoziation zu jenem Gewebe, dessen Struktur nicht so leicht zu durchschauen ist. Die F"aden reichen von den franz"osischen Impressionisten "uber den Biologen Boris S. Kuzin, den er in Armenien und sp"ater in Moskau trifft und der ihm nicht nur die Lehren Lamarcks und Linn'es nahe bringt[286], sondern auch die deutsche Literatur. Kuzin ist das Gedicht «К nemeckoj reci» (1932) gewidmet. Die vielf"altigen kulturellen Assoziationen und "Uberschneidungen, die den Armenien-Text durchziehen, bed"urfen einer differenzierten Erforschung[287], an dieser Stelle kann lediglich auf das Verfahren der omamentalen Verflechtungen hingewiesen werden, mit dem der Dichter die unterschiedlichen geographischen R"aume "uberzieht, wodurch sich "uber die augenscheinlich unterschiedlichen nationalen Physiognomien ein einheitliches geistig-kulturelles Gewebe legt, das die europ"aische Kultur f"ur ihn darstellt. Insofern vermag er auch dem «buddhahaften Moskau» seine europ"aischen Seiten abzutrotzen.
Mandel’stam — wie auch seine Dichterkollegen Bijusov und Belyj — interessieren nicht die Grenzziehungen und Exklusionen, sondern die Verbindungslinien zwischen Kulturen und Zeiten — wobei das Zentrum ihres Denkens stets die europaische Kultur bleibt.
Межъязыковые каламбуры
В моем петербургско-тартуском филологическом окружении в письмах и разговорах довольно часто использовались шуточные «переводы» с одного языка на другой. Так, видный немецкий славист Герхард Цигенгайст (во времена ГДР он занимал крупные научно-административные посты) в нашем быту прочно именовался «Козлиный дух» (а иногда и «Цыганский дух»). Первое — это буквальный перевод с немецкого Ziegengeist, а второе — легкий каламбур:
Возможны смешанные межъязыковые каламбуры, особенно действенные благодаря частичному «переводу». Была известна дружеская шутка Н. Я. Берковского, назвавшего выдающегося питерского филолога и искусствоведа А. А. Гозенпуда за его энциклопедические познания и отменную работоспособность — «пуд штанов» (
Редки, но тем более эффектны каламбуры, придуманные целиком на материале «чужого» языка. Ю. М. Лотман в письме к Б. А. Успенскому от 26 августа 1980 года ворчит на адресата, что безуспешно звонил ему, и излагает неудачу французскими фразами, грубо записанными кириллицей: «Жё сонь — персонь, жё ресонь — реперсонь» (латиницей было бы: «Je sonne — personne, je resonne — repersonne», т. е. «Я звоню — никого, снова звоню — опять никого»), Реперсонь (repersonne) — слово, придуманное самим автором письма[288].
Такие каламбуры очень характерны для Ю. М. Лотмана; см. в другом письме к Б. А. Успенскому (от 8 ноября 1974 года) сообщение, что в английском University of Keele прошла интересная Neoformalist conference, т. е. конференция о нео-формализме, и там был informal talk, т. е. неформальные разговоры[289].