Die zweite Halfte des XV. Jahrhunderts war, auch so wie die fr"uheren Perioden, voll von den unendlichen Konflikten. Die Streitigkeiten, in den Verhaltnissen zwischen Nowgorod und Hanse tauchten wegen der Nichtbefolgung der Handelsregel, wegen der schlechten Warensqualitat usw. auf. In jedem Vertrag wurden die Bedingungen wiederholt, die Kriegs-handlungen sollten die Anreise der Kaufleute in Nowgorod nicht beeinflussen. Ungeachtet dessen wirkten sich die Kriegskonflikte zwischen Nowgorod und dem Orden standig negativ f"ur den Handel aus. Die Forscher weisen darauf hin, dass die Konzentration des hanseatischen Handels in den Handen der livl"andischen St"adte zu deren engen Abhangigkeit von den Beziehungen zwischen Nowgorod und dem Orden f"uhrte. Der Orden versuchte schon seit langem den nowgorod-hanseatischen Handel zu beeinflussen. Besonders pragnant kam diese Abhangigkeit am Ende der 30-er, in den 40-ern Jahren des XV. Jahrhunderts zur Geltung. So z.B. folgten 1439, 1440 die Verbote von der Seite des Ordens, Salz und Pferde nach Russland einzuf"uhren. Im Jahre 1441 wurden die deutschen Kaufleute in Nowgorod verhaftet. Das war die Antwort auf die den Nowgorodern in Revel und Narva zugefugten Beleidigungen. Die Lage der Hanseater verschlechterte sich nach den misslungenen Verhandlungen zwischen den Botschaftern aus Nowgorod und der des livl"andischen (Deutschen) Ordens in Narva 1442 so sehr, dass der Handeslhofkommis nach Derpt mitteilte, die Nowgoroder drohten ihm mit dem Tod.

Es wurde 1443 an der livl"andischen Tagung in Pernau der Entschluss gefasst, das Kontor in Nowgorod zu schliefien. Riga bat dabei Danzig im Namen aller livl"andischen St"adte, "uber dieses Verbot die tibrigen hanseatischen St"adte zu informieren. Tagungsbeschlusse ordneten den deutschen Kaufleuten an, den Handelshof zu verlassen, die Kirche zu schliefien und die Schltissel wie gewohnlich dem Erzbischog von Nowgorod, dem Archimandrit des Jurij-Klosters zu ubergeben.

Dieser Konflikt war einer der schwersten und m"uhsamsten in der Geschichte der novgorod-hanseatischen Verhaltnisse, die sich in dieser Zeit so zugespitzt haben, dass die Kirchenbehorde der St"adt f"ur die Abwe-senszeit der Deutschen in Nowgorod zum ersten Mai abgelehnt hat, die Schlussel der deutschen Kirche und des Handelshof entgegenzunehmen und zu verwahren, wie es fruher der Fall war.

Der 1443 ausgebrochene Krieg zwischen Nowgorod und dem Deutschen Orden verschlechterte die schon ohnehin zugespitzten Handerlsverhaltnisse. Die hanseatischen Waren wurden trotz des festgelegten Verbotes, nach Nowgorod via Pleskau geliefert, mit dem die hanseatischen Kaufleute noch Handel trieben. Der Ordensmeister hat in diesem Zusammenhang Revel befohlen, die Wege zwischen Revel und Derpt zu sperren, weil die von dort ankommenden Waren zuerst in Pleskau und dann schliesslich in Nowgorod landeten. Die livl"andischen St"adte und insbesondere Revel waren jedoch mit dieser Geschaftslage unzufrieden, weil sie grosse Verluste wegen des Handeslverbot in Nowgorod erlitten. Sie schlugen des-halb schon im Jahre 1444 dem Ordensmeister vor, die Kriegshandlungen einzustellen und einen Friedensvertrag mit Nowgorod zu schliessen. Die St"adte drohten dem Ordensmeister damit, dass sie im Ablehnungsfall einen anderen Gonner f"ur sich finden werden. Sie beharrten ausserdem darauf, dass der Orden sich nicht die Handelsangelegenheiten der St"adte einmi-schen und sie mit den politischen Angelegenheiten des Staates verwech-seln darf. Nach der Vertragsunterzeichnung 1448 zwischen Pleskau, Nowgorod und Orden machten sich die livl"andischen St"adte an die Regelung ihrer Verhaltnisse mit Nowgorod.

Die nachsten Verhandlungen zwischen Nowgorod und den hanseatischen St"adten, die von Derpt und Revel vertreten wurden, fanden im Herbst 1468 statt. Die Nowgoroder wollten die deutschen Kaufleute f"ur den Schaden haftbar machen, die die Nowgoroder im Handel mit der deutschen Seite immer erlitten. Die Botschafter waren durch solche unver-schamten Forderungen emport und befahlen die Kirche zuzumauern, d.h. zu schliessen, und Nowgorod zusammen mit den Kaufleuten zu verlassen. Die in Februar und April 1469 in Wolmar und Lubeck stattgefundenen Tagungen haben diesen Beschluss bestatigt. Die Lubecker Tagung 1470 hat das Handelsverbot mit Nowgorod bestatigt, und warnte dabei vor den Schmuggelreisen zur Nevamtindung. Das Verbot gait auch f"ur die livl"andischen St"adte, die pflegten, wahrend der Konflikte mit Nowgorod Handel zu treiben. Im Jahre 1472 haben schliesslich die Verhandlungen begonnen, die zur Unterzeichnung eines Friedensvertrages f"uhrten. Das war der letze Handelsvertrag zwischen Hanse und Nowgorod, da die St"adt noch unab-hangig war.

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