Schließlich möchte ich allen, die teilnehmen wollen, eindringlich nahe legen, mit ihrer Entscheidung nicht leichtfertig umzugehen. Sobald der Feuerkelch einen Champion bestimmt hat, wird er oder sie das Turnier bis zum Ende durchstehen müssen. Wenn ihr euren Namen in den Kelch werft, schließt ihr einen bindenden magischen Vertrag. Wenn ihr einmal Champion seid, könnt ihr euch nicht plötzlich anders besinnen. Überlegt daher genau, ob ihr von ganzem Herzen zum Spiel bereit seid, bevor ihr euren Zettel in den Kelch werft. Nun, denke ich, ist es Zeit schlafen zu gehen. Gute Nacht euch allen.«

»Eine Alterslinie!«, sagte Fred Weasley mit glänzenden Augen, während sie die Halle in Richtung Tür durchquerten.»Die kann man doch sicher mit einem Alterungstrank austricksen? Und wenn dein Name einmal in diesem Kelch ist, hast du gut lachen – er kann doch nicht wissen, ob wir siebzehn sind oder nicht!«

»Aber ich glaube nicht, daß jemand unter siebzehn eine Chance hat«, sagte Hermine,»wir haben einfach noch nicht genug gelernt…«

»Du kannst nur von dir reden«, sagte George unwirsch.»Aber du, Harry, du probierst es doch sicher?«

Harry dachte kurz an Dumbledores Mahnung, niemand unter siebzehn dürfe seinen Namen einwerfen, doch dann überkam ihn erneut die herrliche Vorstellung, er selbst würde das Trimagische Turnier gewinnen… er fragte sich, wie sauer Dumbledore sein würde, wenn jemand unter siebzehn tatsächlich eine Möglichkeit fand, über die Alterslinie zu kommen…

»Wo ist er?«, sagte Ron, der bisher kein Wort mitbekommen hatte, weil er andauernd nach Krum Ausschau gehalten hatte.»Dumbledore hat nicht gesagt, wo die Durmstrangs schlafen, oder?«

Die Antwort auf diese Frage ließ nicht lange auf sich warten. Als sie am Tisch der Slytherins vorbeigingen, kam Karkaroff gerade zu seinen Schülern herübergehastet.

»Zurück zum Schiff, Leute«, sagte er.»Viktor, wie fühlst du dich? Hast du genug gegessen? Soll ich dir ein Glas Glühwein aus der Küche bringen lassen?«

Harry sah, wie Krum den Kopf schüttelte, während er sich den Pelz überzog.

»Professor, ich hätte gern etwas Wein«, sagte ein anderer Durmstrang-Junge hoffnungsvoll.

»Dich habe ich nicht gefragt, Poliakoff«, herrschte ihn Karkaroff an, und von seiner warmen väterlichen Art war plötzlich nichts mehr zu spüren.»Ich sehe, du hast wieder deinen ganzen Umhang mit Essen bekleckert, das ist ja widerlich -«

Karkaroff wandte sich um, ging seinen Schülern voran zur Tür und erreichte sie genau im selben Moment wie Harry, Ron und Hermine. Harry blieb stehen, um ihm den Vortritt zu lassen.

»Danke«, sagte Karkaroff gleichgültig und warf ihm im Vorbeirauschen einen Blick zu.

Und dann erstarrte Karkaroff. Er wandte sich zu Harry um und sah ihn an, als würde er seinen Augen nicht trauen. Hinter ihrem Direktor stauten sich die Schüler aus Durmstrang. Karkaroffs Blick wanderte langsam hoch zu Harrys Stirn und blieb an seiner Narbe hängen. Auch die Durmstrangs musterten Harry neugierig. Aus den Augenwinkeln nahm Harry wahr, wie es einigen von ihnen allmählich dämmerte. Der Junge mit der bekleckerten Robe kniff dem Mädchen neben ihm in den Arm und deutete unverhohlen auf Harrys Stirn.

»Ja, das ist Harry Potter«, knurrte eine Stimme hinter ihnen.

Professor Karkaroff wirbelte herum. Hinter ihm stand Mad-Eye Moody, schwer auf seinen Stock gestützt; sein magisches Auge starrte den Durmstrang-Direktor finster und unverwandt an.

Harry sah, wie die Farbe aus Karkaroffs Gesicht wich und es zu einer zorn- und angsterfüllten Grimasse wurde.

»Sie!«, sagte er und starrte Moody an, als wäre er nicht sicher, ihn wirklich zu sehen.

»Ich«, sagte Moody grimmig.»Und wenn Sie Potter nichts zu sagen haben, Karkaroff, dann gehen Sie bitte schön weiter. Sie blockieren die Tür.«

Das stimmte; die halbe Halle wartete schon hinter ihnen und die Schüler lugten auf Zehenspitzen stehend zur Tür, um den Grund für den Stau auszumachen.

Ohne ein weiteres Wort winkte Professor Karkaroff seinen Schülern und führte sie davon. Moody sah ihm nach, das magische Auge unbewegt auf seinen Rücken gerichtet und mit einem Ausdruck lodernden Abscheus auf dem entstellten Gesicht.

Da der nächste Tag ein Samstag war, gingen die meisten Schüler spät zum Frühstück. Harry, Ron und Hermine jedoch waren nicht die Einzigen, die früher als sonst am Wochenende aufstanden. Als sie in die Eingangshalle hinunterkamen, sahen sie etwa zwanzig ihrer Mitschüler, einige noch an ihrem Toast kauend, im Kreis um den Feuerkelch herumstehen. Er war in der Mitte der Halle aufgestellt, auf dem Stuhl, der sonst immer den Sprechenden Hut trug. Auf dem Boden zog sich eine schmale goldene Linie in gut drei Meter Abstand um den Kelch herum.

»Hat schon jemand seinen Namenszettel eingeworfen?«, fragte Ron neugierig ein Mädchen aus der dritten Klasse.

»Der ganze Haufen aus Durmstrang«, erwiderte sie.»Aber aus Hogwarts hab ich noch keinen gesehen.«

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