»Ich bestehe darauf, noch einmal die Namen meiner übrigen Schüler einzuwerfen«, sagte Karkaroff. Der salbungsvolle Ton und das Lächeln waren von ihm abgefallen. Dafür hatte sein Gesicht einen ungemein häßlichen Ausdruck angenommen.»Sie werden den Feuerkelch noch einmal aufstellen, und wir werfen weitere Namen, ein, bis jede Schule zwei Champions hat. Das ist nur fair, Dumbledore.«
»Aber Karkaroff, das wird nicht möglich sein«, sagte Bag-man.»Der Feuerkelch ist soeben, erloschen – er wird sich erst wieder zu Beginn des nächsten Turniers entzünden -«
»- an dem Durmstrang ganz sicher nicht teilnehmen wird!«, warf Karkaroff zornig ein.»Nach all unseren Treffen und gemeinsamen Absprachen Hätte ich nicht erwartet, daß so etwas passieren könnte! Ich behalte mir vor, Hogwarts sofort zu verlassen!«
»Leere Drohung, Karkaroff«, knurrte eine Stimme an der Tür.»Sie können Ihren Champion jetzt nicht im Stich lassen. Er muß kämpfen. Sie alle müssen kämpfen. Es ist ein bindender magischer Vertrag, wie Dumbledore gesagt hat. Das paßt Ihnen doch, oder?«
Moody war gerade hereingekommen. Er hinkte auf das Feuer zu und jedes Mal, wenn er den rechten Fuß aufsetzte, gab es ein lautes Klonk.
»Das soll mir passen?«, sagte Karkaroff.»Ich fürchte, ich verstehe Sie nicht, Moody.«
Harry spürte, daß er eigentlich verächtlich klingen wollte, als wären Moodys Worte eine Entgegnung überhaupt nicht wert, doch seine Hände verrieten ihn; er hatte sie zu Fäusten geballt.
»Nicht?«, sagte Moody leise.»Es ist ganz einfach, Karkaroff. Jemand hat Potters Namen in den Kelch geworfen, und dieser Jemand wußte genau, daß Harry teilnehmen muß, wenn der Kelch ihn erwählt.«
»Offensischtlisch jemand, der wollte, daß 'Ogwarts zwei Chancen bekommt!«, sagte Madame Maxime.
»Sie haben vollkommen Recht, Madame Maxime«, sagte Karkaroff und verneigte sich vor ihr.»Ich werde Beschwerde beim Zaubereiministerium sowie bei der Internationalen Zauberervereinigung einreichen -«
»Wenn hier jemand Grund hat sich zu beschweren, dann ist es Potter«, knurrte Moody,»aber… komisch… von ihm höre ich kein Wort…«
»Warum sollte er sisch beschweren?«, platzte Fleur Dela-cour los und stampfte mit dem Fuß auf.»Er 'at die Chance teilzunehmen, nischt wahr? Wir anderen 'aben wochenlang darauf ge'offt! Die Ehre für unsere Schulen! EintausendGalleonen Preisgeld – für diese Chance würden viele sogar sterben!«
»Vielleicht hofft jemand, daß Potter tatsächlich dafür stirbt«, sagte Moody mit kaum noch merklichem Knurren.
Diesen Worten folgte ein äußerst gespanntes Schweigen.
Ludo Bagman trippelte nervös hin und her und entgegnete beklommen:»Moody, altes Haus… was sagen Sie denn da!«
»Wir alle wissen, daß Professor Moody den Morgen für verschwendet hält, wenn er nicht vor dem Mittagessen sechs Mordverschwörungen gegen sich aufdeckt«, sagte Karkaroff laut.»Offenbar bringt er jetzt auch seinen Schülern die Angst vor einem Attentat bei. Ein merkwürdiger Zug bei einem Lehrer für Verteidigung gegen die dunklen Künste, Dumbledore, aber Sie hatten bestimmt ihre Gründe, ihn kommen zu lassen.«
»Ich bilde mir Dinge ein, tatsächlich?«, knurrte Moody.»Ich sehe schon Gespenster, oder? Es war eine fähige Hexe oder ein Zauberer, der den Namen dieses Jungen in den Kelch geworfen hat…«
»Aah, wo sind die Beweise dafür?«, sagte Madame Maxime und ihre riesigen Hände ruderten durch die Luft.
»Hier wurde ein kraftvoller magischer Gegenstand ausgetrickst!«, sagte Moody.»Ein ungewöhnlich starker Verwechslungszauber war nötig, damit dieser Kelch vergißt, daß nur drei Schulen am Turnier teilnehmen… Ich vermute, daß Potters Name für eine vierte Schule eingeworfen wurde, denn dann galt er als deren einziger Kandidat…«
»Sie scheinen ja ausgiebig darüber nachgedacht zu haben, Moody«, entgegnete Karkaroff kühl,»und das ist natürlich eine ausgefuchste Theorie – allerdings ist mir zu Ohren gekommen, daß Sie jüngst die fixe Idee hatten, eines Ihrer Geburtstagsgeschenke sei ein raffiniert getarntes Basiliskenei. Sie schleuderten es deshalb gegen die Wand und mußten dann leider erkennen, daß es nur ein Resiewecker war. Sie müssen daher verstehen, daß wir Sie nicht ganz ernst nehmen können…«
»Ich denke an gewisse Leute, die harmlose Veranstaltungen für ihre Zwecke ins Gegenteil verkehren«, entgegnete Moody in drohendem Tonfall.»Wie Sie eigentlich wissen sollten, Karkaroff, ist es meine Aufgabe, mich in das Denken schwarzer Magier einzufühlen…«
»Alastor!«, sagte Dumbledore mahnen. Harry wunderte sich einen Moment lang, wen er damit meinte, doch dann wurde ihm klar, daß»Mad-Eye«wohl kaum Moodys richtiger Vorname sein konnte. Moody verstummte, beobachtete Karkaroff jedoch immer noch voll Genugtuung – und Karkaroffs Gesicht glühte.
»Wir wissen nicht, wie wir in diese Lage geraten sind«, sagte Dumbledore in die Runde.»Ich denke jedoch, wir haben wohl keine andere Wahl, als das Beste daraus zu machen. Sowohl Cedric als auch Harry wurden zu Teilnehmern des Turniers bestimmt. Daher werden sie auch…«
»Ah, aber Dumbly-dorr -«