»Meine liebe Madame Maxime, wenn Sie einen anderen Vorschlag haben, wäre ich erfreut ihn zu hören.«

Dumbledore wartete, doch Madame Maxime schwieg und sah ihn nur zornfunkelnd an. Und sie war nicht die Einzige. Auch Snape sah wütend aus; Karkaroff schien vor Zorn zu kochen. Bagman jedoch machte den Eindruck, als sei er vor Begeisterung ganz aus dem Häuschen.

»Nun, wie steht's, legen wir los?«, sagte er, rieb sich die Hände und lächelte in die Runde.»Wir müssen unseren Champions doch sagen, um was es geht. Barty, ich erteile dir das Wort.«

Mr Crouch schien aus tiefer Nachdenklichkeit zu erwachen.

»Ja«, sagte er langsam,»die Anweisungen. Ja… die erste Aufgabe…«

Er trat ins Licht des Feuers. Von nahem, fand Harry, sah er krank aus. Dunkle Schatten lagen unter seinen Augen und seine runzlige Haut wirkte, ganz anders als bei der Weltmeisterschaft, dünn und papieren.

»Die erste Aufgabe dient dazu, Ihren Mut auf die Probe zu stellen«, verkündete er Harry, Cedric, Fleur und Krum,»und deshalb sagen wir Ihnen nicht, um was es geht. Kühnheit angesichts der überraschenden Gefahr ist ein sehr wichtiger Charakterzug von Zauberern… sehr wichtig…

Die erste Aufgabe werden wir Ihnen am vierundzwanzigsten November stellen, vor all Ihren Mitschülern und den Schiedsrichtern.

Den Champions ist es nicht gestattet, von ihren Lehrern Hilfe irgendwelcher Art zu erbitten oder anzunehmen, damit sie die Aufgaben lösen können. Sie werden sich der ersten Herausforderung nur mit ihrem Zauberstab bewaffnet stellen müssen. Wenn die erste bewältigt ist, erhalten sie Auskunft über die zweite Aufgabe. Da das Turnier äußerste Kraft und viel Zeit verlangt, sind die Champions von den Jahresabschlußprüfungen freigestellt.«

Mr Crouch wandte sich an Dumbledore.»Ich glaube, das ist alles, Albus?«

»Ich denke auch«, sagte Dumbledore und sah Mr Crouch ein wenig besorgt an.»Sind Sie sicher, daß Sie heute Nacht nicht in Hogwarts bleiben wollen, Barty?«

»Ja, Dumbledore, ich muß zurück ins Ministerium«, sagte Mr Crouch.»Wir haben im Moment eine schwierige und arbeitsreiche Zeit… ich habe dem jungen Weatherby die Verantwortung überlassen, solange ich weg bin… sehr eifrig… ein wenig übereifrig, um die Wahrheit zu sagen…«

»Bevor Sie gehen, schauen Sie doch auf ein Gläschen bei mir vorbei?«, sagte Dumbledore.

»Jetzt komm schon, Barty, ich bleibe auch hier!«, sagte Bagman ausgelassen.»Hier in Hogwarts spielt jetzt die Musik, das ist doch viel spannender als das Büroleben!«

»Das glaube ich nicht, Ludo«, sagte Crouch mit einem Anflug seiner früheren Ungeduld.

»Professor Karkaroff – Madame Maxime – noch einen Schlummertrunk?«, fragte Dumbledore.

Doch Madame Maxime hatte bereits ihren Arm um Fleurs Schultern gelegt und führte sie rasch hinaus. Harry hörte, wie sie sich draußen in der Halle sehr schnell auf Französisch unterhielten. Karkaroff winkte Krum zu und auch sie gingen hinaus, allerdings schweigend.

»Harry, Cedric, ich schlage vor, ihr geht jetzt nach oben«, sagte Dumbledore und lächelte beiden zu.»Ich bin sicher, die Gryffindors und Hufflepuffs warten nur darauf, mit euch zu feiern, und es wäre jammerschade, sie dieses trefflichen Vorwandes zu berauben, eine Menge Müll und Lärm zu machen.«

Harry warf Cedric einen Blick zu, Cedric nickte, und sie gingen zusammen hinaus.

Die Große Halle lag jetzt verlassen da; die Kerzen waren heruntergebrannt und das schartige und flackernde Grinsen der Kürbisse hatte etwas Unheimliches angenommen.

»So ist das also«, sagte Cedric mit einem halben Lächeln.»Wir spielen schon wieder gegeneinander!«

»Sieht so aus«, sagte Harry. Etwas Besseres fiel ihm einfach nicht ein. In seinem Kopf schien alles durcheinander gewirbelt zu sein, als hätte ihn jemand kräftig geschüttelt.

»Dann… verrat mir mal eines…«, sagte Cedric in der Eingangshalle, die jetzt, da der Feuerkelch verschwunden war, nur noch im Licht der Fackeln dalag.»Wie hast du deinen Namen da reingebracht?«

»Hab ich nicht«, sagte Harry und sah zu ihm hoch.»Ich hab ihn nicht eingeworfen. Ich sag die Wahrheit.«

»Ah… na gut«, sagte Cedric. Harry wußte, daß er ihm nicht glaubte.»Na ja… wir sehen uns.«

Cedric nahm nicht die Marmortreppe, sondern ging rechts an ihr vorbei auf eine Tür zu. Harry blieb stehen und lauschte, wie Cedric eine steinerne Treppe hinunterstieg, dann ging er langsam die Marmortreppe hoch.

Würde irgend jemand außer Ron und Hermine ihm glauben, oder würden sie alle denken, er selbst hätte seinen Namenszettel in den Kelch geworfen? Doch wie konnte jemand so etwas glauben, wo doch seine Konkurrenten drei Jahre länger Zaubern gelernt hatten – und zudem mußte er nicht nur diese Aufgaben bewältigen, die so richtig nach Gefahr rochen, sondern es würden auch noch Hunderte von Menschen dabei sein und ihm zusehen. Ja, er hatte daran gedacht… er hatte mit dem Gedanken gespielt… er hatte davon geträumt… doch im Grunde war es ein Witz gewesen, der keine Folgen haben sollte… er hatte nie und nimmer ernsthaft vorgehabt teilzunehmen…

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