Hamish warf einen halb entsetzten Blick in die nächste Box, in der der braune Wallach ganz entspannt fast einen halben Meter seines Fortpflanzungsorgans in der Luft baumeln ließ. Dann richtete er den Blick skeptisch auf seinen Schoß, und ich steckte mir eine Handvoll Stoff in den Mund, so tief es ging.

»Aber es ist auch anders«, fuhr Jamie fort. Sein Gesicht verlor allmählich wieder die Signalfarbe, obwohl sein Mund immer noch verräterisch zuckte. »Zum einen ist es … sanfter.«

»Dann beißt man sie also nicht in den Nacken?« Hamish trug die ernste, konzentrierte Miene eines Menschen, der sich sorgfältig innere Notizen macht. »Damit sie stillhalten?«

»Äh … nein. Zumindest ist das nicht üblich.« Unter Aufwand seiner ganzen, nicht unbeträchtlichen Willenskraft widmete sich Jamie tapfer seinen Aufklärungspflichten.

»Es gibt aber noch einen Unterschied«, sagte er und vermied es sorgsam, den Blick zu heben. »Man muss es nicht von hinten tun, sondern kann sich dabei ansehen. So, wie es der Dame lieber ist.«

»Der Dame?« Hamish schien seine Zweifel zu haben. »Ich glaube, ich würde es lieber von hinten machen. Ich glaube nicht, dass ich es gern hätte, wenn mich jemand ansieht, während ich so etwas tue. Ist es schwer«, erkundigte er sich, »ist es schwer, dabei nicht loszulachen?«

Meine Gedanken waren immer noch bei Jamie und Hamish, als ich an diesem Abend zu Bett ging. Ich schlug die dicken Bettdecken zurück und lächelte dabei. Ein kühler Luftzug kam zum Fenster herein, und ich freute mich darauf, unter die Decke zu kriechen und mich an Jamies Wärme zu kuscheln. Er war völlig kälteunempfindlich; offenbar hatte er einen eigenen Heizofen in seinem Inneren. Seine Haut war immer warm, manchmal sogar beinahe heiß, als ob meine kühle Berührung ihn noch stärker anfachte.

Zwar war ich nach wie vor eine Fremde, doch ich war jetzt kein Gast mehr in der Burg. Die verheirateten Frauen schienen mir nun, da ich eine von ihnen war, freundlicher zu begegnen, während es mir die jüngeren Frauen heftig übelzunehmen schienen, dass ich einen potenziellen Heiratskandidaten aus dem Verkehr gezogen hatte. Angesichts der zahlreichen kalten Blicke und der Bemerkungen hinter vorgehaltener Hand fragte ich mich sogar, wie viele der Maiden von Leoch Jamie MacTavish während seines kurzen Aufenthalts noch in einen verborgenen Alkoven gelockt hatte.

Ehemals MacTavish. Die meisten Bewohner der Burg hatten ohnehin gewusst, wer er war, und egal, ob ich für die Engländer spionierte oder nicht, ich wusste es jetzt zwangsweise auch. Also wurde er ganz offen zu Jamie Fraser, und man hieß mich als Mistress Fraser in dem Raum über der Küche willkommen, wo die verheirateten Frauen nähten und ihre Babys wiegten, während sie mütterliche Ratschläge austauschten und ganz unverhohlen meine Taille beäugten.

Da es mir ja schon früher nicht gelungen war, ein Kind zu empfangen, hatte ich eine mögliche Schwangerschaft überhaupt nicht in Betracht gezogen, als ich in die Heirat mit Jamie einwilligte. Allerdings wartete ich doch ein wenig nervös, bis sich meine Blutung pünktlich einstellte. Diesmal empfand ich allerdings nichts als Erleichterung, keine Spur der Traurigkeit, die sonst damit einherging. Mein Leben war im Moment schon kompliziert genug, ohne zusätzlich noch ein Baby in die Welt zu setzen. Ich hatte das Gefühl, dass Jamie vielleicht eine Spur von Bedauern empfand, obwohl er sich ebenfalls erleichtert gab. Vater zu werden war ein Luxus, den sich ein Mann in seiner Lage nicht gut leisten konnte.

Die Tür öffnete sich, und er kam herein. Er rieb sich den Kopf mit einem Handtuch trocken, und die Wassertropfen, die aus seinem nassen Haar flogen, malten sich dunkel auf seinem Hemd ab.

»Wo bist du gewesen?«, fragte ich erstaunt. Leoch mochte ja im Vergleich mit den Lebensbedingungen in den Dörfern oder Katen luxuriös ausgestattet sein, doch die einzige Bademöglichkeit bestand in der Kupferwanne, in der sich Colum die schmerzenden Beine wärmte, und einem etwas größeren Exemplar, benutzt von den Frauen, die der Meinung waren, dass die Mühe, sie zu füllen, ein angemessener Preis für die Zurückgezogenheit war. Ansonsten wusch man sich entweder nur teilweise unter Verwendung von Schüssel und Krug oder im Freien – entweder im See oder in einer kleinen, mit Steinen gefliesten Kammer am Rand des Gartens, in der sich die jungen Frauen von ihren Freundinnen nackt mit Wassereimern überschütten ließen.

»Im See«, antwortete er und hängte das nasse Handtuch ordentlich über die Fensterbank. »Irgendjemand«, setzte er grimmig hinzu, »hat die Boxentür und die Stalltür offen gelassen, und Cobhar ist in der Dämmerung ein bisschen schwimmen gegangen.«

»Oh, deshalb warst du nicht beim Essen. Aber Pferde schwimmen doch nicht gern, oder?«

Er schüttelte den Kopf und fuhr sich mit den Fingern durch das Haar, damit es besser trocknen konnte.

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