»Nur noch zwei«, sagte er schließlich.

»Und die waren?«

»Nun ja«, sagte er und trat trotzig einen Kiesel beiseite. »Ich habe verlangt, dass es eine richtige Hochzeit sein muss, in einer Kirche vor einem Priester. Nicht nur per Kontrakt. Und die andere Bedingung war … er musste ein anständiges Hochzeitskleid für dich auftreiben.« Er wich meinem Blick aus, und seine Stimme war so leise, dass ich ihn kaum hören konnte.

»Ich … ich wusste ja, dass du nicht heiraten wolltest. Ich wollte es … dir so schön wie möglich machen. Ich dachte, dann fühlst du dich vielleicht etwas weniger … nun ja, ich wollte, dass du ein anständiges Kleid bekommst, das ist alles.«

Ich öffnete den Mund, um etwas zu sagen, doch er wandte sich ab und steuerte auf das Gasthaus zu.

»Komm mit, Sassenach«, sagte er schroff. »Ich habe Hunger.«

Der Preis für das Essen war Gesellschaft, so viel war klar, sobald wir im Eingang des Gastraums auftauchten. Wir wurden von johlendem Beifall begrüßt und eifrig an den Tisch gelotst, wo bereits eine herzhafte Mahlzeit im Gange war.

Da ich diesmal besser vorbereitet war, störten mich die Witze und Geschmacklosigkeiten nicht. Dieses eine Mal gab ich mich damit zufrieden, mich bescheiden im Hintergrund zu halten. Ich drückte mich in die Ecke und überließ es Jamie, sich mit den Hänseleien und anzüglichen Spekulationen zu befassen, was wir den ganzen Tag getan hatten.

»Ich habe geschlafen«, gab Jamie als Antwort auf eine dieser Fragen. »Habe letzte Nacht kein Auge zugetan.« Das brüllende Gelächter, das auf diese Worte folgte, wurde noch lauter, als er ganz im Vertrauen hinzufügte: »Sie schnarcht nämlich.«

Ich ohrfeigte ihn pflichtschuldigst, und er zog mich unter allgemeinem Applaus an sich und küsste mich gründlich.

Nach dem Essen wurde zur Geige des Wirts getanzt. Ich war noch nie eine große Tänzerin gewesen, weil ich regelmäßig über meine eigenen Füße fiel, wenn ich mich konzentrieren musste. Ich ging nicht davon aus, dass es mit langen Röcken und trampeliger Fußbekleidung besser funktionieren würde. Doch als ich die Holzpantinen ausgezogen hatte, stellte ich zu meiner Überraschung fest, dass ich sowohl ohne Schwierigkeiten als auch mit großer Freude tanzte.

Da die Frauen in der Unterzahl waren, rafften die Wirtsfrau und ich unsere Röcke und tanzten einen Jig nach dem anderen, Reel und Strathspey, bis ich aufhören musste, um mich außer Puste auf die Kaminbank fallen zu lassen.

Die Männer waren unermüdlich und tanzten mit wirbelnden Plaids allein oder miteinander. Schließlich stellten sie sich an die Wand, um uns klatschend erneut anzufeuern, als mich Jamie bei den Händen nahm und mich durch eine schnelle, hektische Fußfolge führte, die den Titel »The Cock o’ the North« trug.

In weiser Voraussicht beendete er den Tanz an der Treppe, indem er mir genau dort den Arm um die Taille legte und eine letzte Drehung vollführte. Wir blieben stehen, und er hielt eine kurze Rede auf Gälisch und Englisch, die mit weiterem Applaus aufgenommen wurde, vor allem als er in seinen Sporran griff, dem Wirt einen kleinen Waschlederbeutel zuwarf und ihn anwies, Whisky auszuschenken, so lange das Geld reichte. Ich erkannte seinen Anteil an den Wetteinnahmen der Prügelei in Tunnaig. Vermutlich alles, was er an Geld besaß; ich war der Meinung, dass er keine bessere Verwendung dafür hätte finden können.

Begleitet von anzüglichen Wünschen hatten wir es bis zur Galerie geschafft, als eine Stimme die anderen übertönte und Jamies Namen rief.

Ich drehte mich um und sah Ruperts breites Gesicht noch röter als sonst über dem schwarzen Bartgestrüpp zu uns aufgrinsen.

»Spar dir die Mühe, Rupert«, rief Jamie. »Sie ist mein.«

»Verschwendung, Junge«, sagte Rupert und wischte sich mit dem Ärmel über das Gesicht. »Eine Stunde, dann hat sie dich am Boden. Keine Ausdauer, diese jungen Kerle«, rief er mir zu. »Wenn du einen Mann willst, der seine Zeit nicht mit Schlafen vertut, Kleine, sag mir Bescheid. Bis dahin …« Er warf etwas nach oben.

Ein praller kleiner Beutel landete klimpernd vor meinen Füßen.

»Ein Hochzeitsgeschenk«, rief er. »Mit den besten Wünschen der Shimi-Bogil-Wache.«

»Häh?« Jamie bückte sich, um den Beutel aufzuheben.

»Ein paar von uns haben nicht den ganzen Tag im Gras herumgefaulenzt, Junge«, ließ Rupert ihn tadelnd wissen und verdrehte lüstern die Augen in meine Richtung. »Das Geld ist sauer verdient.«

»Oh, aye«, sagte Jamie grinsend. »Würfel oder Karten?«

»Beides.« Ein ordinäres Grinsen zerteilte den schwarzen Bart. »Wir haben ihnen das Fell über die Ohren gezogen, Junge, das kannst du mir glauben!«

Jamie öffnete den Mund, doch Rupert hob seine breite, schwielige Hand.

»Nein, Junge, du brauchst dich nicht zu bedanken. Gib ihr nur einen ordentlichen Kuss von mir, ja?«

Ich hielt mir die Finger an die Lippen und blies ihm einen Kuss zu. Er schlug sich die Hand ans Gesicht wie vom Donner gerührt, stolperte mit einem Ausruf rückwärts und wankte zurück in die Mitte des Gastraums, als wäre er betrunken.

Перейти на страницу:

Похожие книги