»Womit Dougal sauber überlistet wäre«, merkte ich an. »Falls er vorhatte, dich mit Horrocks zu erpressen.«

Er nickte, und sein Mundwinkel verzog sich zu einem Lächeln.

»Aye, so könnte man es ausdrücken.«

Wieder war es beinahe Essenszeit, als wir das Gasthaus erreichten. Doch diesmal standen Dougals Rappe und seine fünf Kameraden auf dem Hof und kauten zufrieden ihr Heu.

Dougal selbst war innen und spülte sich mit saurem Ale den Straßenstaub aus der Kehle. Er nickte mir zu und fuhr herum, um seinen Neffen zu begrüßen. Doch statt etwas zu sagen, stand er nur da, legte den Kopf schief und betrachtete Jamie mit fragender Miene.

»Ah, das ist es«, sagte er schließlich im zufriedenen Ton eines Menschen, der ein kniffliges Rätsel gelöst hat. »Jetzt weiß ich, woran du mich erinnerst, Junge.« Er wandte sich an mich.

»Hast du schon einmal einen Hirsch am Ende der Brunftzeit gesehen, Kleine?«, fragte er vertraulich. »Die armen Biester kommen wochenlang weder zum Schlafen noch zum Fressen, weil ihnen zwischen den Revierkämpfen und ihren Haremsdiensten keine Zeit dazu bleibt. Am Ende der Saison sind sie nur noch Haut und Knochen. Ihre Augen sind tief eingefallen, und der einzige Körperteil, der nicht vor Erschöpfung gelähmt ist, ist ihr …«

Der Schluss ging in johlendem Gelächter unter, und Jamie zog mich die Treppe hinauf. Wir gingen nicht zum Abendessen.

Am Rande des Einschlafens spürte ich einige Zeit später Jamies Arm an meiner Taille, und sein warmer Atem hauchte über meinen Hals.

»Hört es jemals auf? Dass ich dich will?« Seine Hand umfing mich und liebkoste meine Brust. »Selbst wenn ich dich gerade verlassen habe, will ich dich so sehr, dass mir der Atem vergeht und meine Finger schmerzen vor Sehnsucht, dich wieder zu berühren.«

Er umfasste im Dunkeln mein Gesicht, und seine Daumen zeichneten meine Augenbrauen nach. »Wenn ich dich in meinen Händen halte und dich so erschauern spüre, weil du darauf wartest, dass ich dich nehme … Gott, ich will dir Lust bereiten, bis du unter mir aufschreist und dich für mich öffnest. Und wenn du meine Lust stillst, habe ich das Gefühl, als hätte ich dir mit meinem Körper auch meine Seele geschenkt.«

Er rollte sich auf mich, und ich öffnete die Beine und zuckte leicht zusammen, als er in mich eindrang. Er lachte leise. »Aye, ich bin auch ein bisschen wund. Möchtest du, dass ich aufhöre?« Als Antwort schlang ich ihm die Beine um die Hüften und zog ihn fester an mich.

»Würdest du denn aufhören?«

»Nein. Das kann ich gar nicht.«

Wir lachten gemeinsam und wiegten uns langsam, während wir uns im Dunkeln gegenseitig mit den Fingern und Lippen erkundeten.

»Ich weiß jetzt, warum die Kirche es als Sakrament betrachtet«, flüsterte Jamie verträumt.

»Das hier?«, fragte ich verblüfft. »Warum denn?«

»Oder zumindest als heilig«, verbesserte er sich. »Ich fühle mich wie Gott persönlich, wenn ich in dir bin.«

Ich lachte so sehr, dass er mir fast entglitt. Unwillig hielt er inne und packte mich an den Schultern, um mich stillzuhalten.

»Was ist, bitte sehr, daran so komisch?«

»Ich kann mir Gott nur schwer dabei vorstellen.«

Jamie begann wieder, sich zu bewegen. »Nun, wenn Gott den Mann als sein Ebenbild geschaffen hat, muss er doch wohl einen Schwanz haben.« Er fing ebenfalls an zu lachen und kam dabei erneut aus dem Rhythmus. »Obwohl du mich nicht besonders an die Heilige Jungfrau erinnerst, Sassenach.«

Wir lagen uns nun in den Armen und schüttelten uns derart vor Lachen, dass wir uns voneinander lösen mussten und auseinanderrollten.

Als sich Jamie erholt hatte, klopfte er mir auf die Hüfte. »Auf die Knie, Sassenach.«

»Warum?«

»Wenn du nicht zulässt, dass ich es spirituell betrachte, musst du eben meine niederen Instinkte erdulden. Ich werde ein Tier sein.« Er biss mich zärtlich in den Nacken. »Möchtest du, dass ich ein Pferd bin, ein Bär oder ein Hund?«

»Ein Igel.«

»Ein Igel? Wie lieben sich denn Igel?«, wollte er wissen.

Nein, dachte ich. Das darf nicht wahr sein. Es kommt nicht in Frage. Aber ich sagte es dennoch. »Ganz vorsichtig«, erwiderte ich hilflos kichernd. Jetzt wissen wir also endlich auch, wie alt dieser Witz ist, dachte ich.

Jamie kugelte sich vor Lachen. Schließlich drehte er sich um, kniete sich hin und tastete nach dem Feuerstein auf dem Tisch. Er leuchtete wie roter Bernstein im Dunkel des Zimmers, als der Docht Feuer fing und sich das Licht hinter ihm ausbreitete.

Er bewegte sich an das Fußende und grinste auf mich hinunter, während ich immer noch krampfhaft vor mich hin kicherte und einfach nicht aufhören konnte. Er rieb sich mit dem Handrücken über das Gesicht und setzte eine gespielte strenge Miene auf.

»Also schön, Weib. Ich sehe, dass die Zeit gekommen ist, meine Autorität als dein Ehemann auszuüben.«

»Ach ja?«

»Aye.« Er beugte sich vor, packte meine Oberschenkel und spreizte sie. Ich kreischte auf und versuchte, mich ihm zu entwinden.

»Nein, tu das nicht!«

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