»Und warum nicht?« Er lag der Länge nach zwischen meinen Beinen und blinzelte zu mir auf. Er hielt meine Oberschenkel fest im Griff, um zu verhindern, dass ich sie schloss.

»Verrate es mir, Sassenach. Warum möchtest du nicht, dass ich das tue?« Er rieb mir mit der Wange über die Innenseite des Oberschenkels, und sein sprießender Bart kratzte über meine empfindliche Haut. »Sei ehrlich. Warum nicht?« Er kratzte über die andere Seite, und ich trat um mich und versuchte wild, mich ihm zu entwinden. Zwecklos.

Ich drehte mein Gesicht in das Kissen, das mir die erhitzte Wange kühlte. »Nun, wenn du es unbedingt wissen musst«, murmelte ich, »ich glaube nicht … nun ja, ich fürchte, es ist … ich meine, der Geruch …« Ich verstummte verlegen. Jamie schob sich mit einer plötzlichen Bewegung hoch. Er legte mir die Arme um die Hüften, legte die Wange an meinen Oberschenkel und lachte, bis ihm die Tränen über die Wangen liefen.

»Großer Gott, Sassenach«, sagte er schließlich und prustete vor Vergnügen, »weißt du denn nicht, was das Erste ist, was man tut, wenn man sich mit einem neuen Pferd vertraut macht?«

»Nein«, sagte ich völlig verdattert.

Er hob einen Arm, so dass ich ein weiches Büschel zimtfarbener Haare sah. »Man reibt ihm ein paarmal die Achsel über die Nase, damit es sich an den Geruch gewöhnt und man es nicht mehr nervös macht.« Er erhob sich auf die Ellbogen und blickte über meinen Bauch und meine Brüste hinweg zu mir auf.

»Das hättest du mit mir auch tun sollen, Sassenach. Als Erstes hättest du mein Gesicht zwischen deine Beine reiben müssen. Dann wäre ich nicht so scheu gewesen.«

»Scheu!«

Er senkte sein Gesicht und rieb es gemächlich hin und her. Dabei prustete und schnaubte er wie ein Pferd. Ich wand mich und trat ihn in die Rippen, was so wirkungsvoll war, wie gegen eine Wand zu treten. Schließlich drückte er meine Oberschenkel wieder flach nach außen und blickte auf.

»Und jetzt«, sagte er in einem Ton, der keinen Einwand duldete, »halt still.«

Ich fühlte mich entblößt, überfallen, hilflos – und wie im Begriff, mich aufzulösen. Jamies Atem war abwechselnd warm und kühl auf meiner Haut.

»Bitte«, sagte ich und wusste nicht, ob ich »bitte hör auf« oder »bitte mach weiter« meinte. Es spielte sowieso keine Rolle; er hatte nicht vor aufzuhören.

Mein Bewusstsein zerfiel in lauter kleine Wahrnehmungen: das rauhe Leinenkissen, mit rubbeligen Blumen bestickt; der Ölgeruch der Lampe, vermischt mit dem schwächeren Geruch nach Rinderbraten und Ale und dem noch schwächeren Dufthauch der welkenden Blumen in dem Glas; der kühle Balken der Wand an meinem linken Fuß, die festen Hände auf meinen Hüften. All das verschwamm hinter meinen geschlossenen Augenlidern wirbelnd zu einer glühenden Sonne, die anwuchs und schrumpfte und schließlich mit einem geräuschlosen Plop explodierte. Ich blieb in der warmen, pulsierenden Dunkelheit zurück.

Dumpf hörte ich, wie sich Jamie in weiter Ferne aufsetzte.

»Das ist schon besser«, sagte eine Stimme, deren Worte durch Keuchlaute unterbrochen wurden. »Man braucht etwas Mühe, um dich anständig zum Gehorsam zu bewegen, wie?« Das Bett ächzte, als er sein Gewicht verlagerte, und ich spürte, wie meine Knie weiter auseinandergeschubst wurden.

»Du bist nicht so tot, wie du aussiehst, hoffe ich?«, sagte die Stimme und kam dabei näher. Ich bäumte mich mit einem unartikulierten Ausruf auf, als meine empfindlichste Stelle zielsicher einem weiteren Angriff unterzogen wurde.

»Großer Gott«, sagte ich. An meinem Ohr gluckste es leise.

»Ich habe nur gesagt, ich fühle mich wie Gott, Sassenach«, murmelte er. »Ich habe nie gesagt, dass ich es bin

Und später, als die Lampe im zunehmenden Licht der Sonne verblasste, driftete ich aus dem Schlaf empor, um Jamie noch murmeln zu hören: »Hört es jemals auf, Claire? Dass ich dich will?«

Mein Kopf fiel auf seine Schulter zurück. »Ich weiß es nicht, Jamie. Ich weiß es wirklich nicht.«

Kapitel 18

Diebe in den Felsen

Was hat Hauptmann Randall gesagt?«, fragte ich.

Dougal ritt auf der einen Seite neben mir her, Jamie auf der anderen, obwohl die Straße so schmal war, dass kaum Platz für die drei Pferde war. Hier und da war einer meiner Begleiter – oder beide – gezwungen, zurückzufallen oder vorauszureiten, um sich nicht im Gebüsch zu verheddern, das den simplen Pfad zurückzuerobern drohte.

Dougal richtete den Blick erst auf mich, dann wieder auf den Weg, um sein Pferd um einen großen Felsen herumzulenken. Ein hinterlistiges Grinsen breitete sich langsam über sein Gesicht.

»Er war nicht besonders erfreut«, antwortete er zurückhaltend. »Obwohl ich mir nicht sicher bin, ob ich dir erzählen sollte, was er tatsächlich gesagt hat; vermutlich hat ja selbst deine Toleranz für Schimpfwörter ihre Grenzen, Mistress Fraser.«

Ich ignorierte die ironische Verwendung meines neuen Titels genauso wie die angedeutete Beleidigung, obwohl ich Jamie im Sattel erstarren sah.

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