»Bist du müde, Sassenach?«, fragte er mitfühlend. »Keine Sorge, ich brauche nicht lange.« Jetzt waren beide Hände zugange und ruckten an dem schweren Stoff.
»Nein!«, erwiderte ich, denn zu sehr war ich mir der zwanzig Männer bewusst, die ein paar Meter weiter lagen. »Ich bin nicht müde, es ist nur …« Ich keuchte, als eine seiner tastenden Hände den Weg zwischen meine Beine fand.
»Himmel«, murmelte er leise. »Schlüpfrig wie Nixenkraut.«
»Jamie! Neben uns schlafen zwanzig Mann!«, ermahnte ich ihn flüsternd.
»Sie schlafen nicht mehr lange, wenn du nicht aufhörst zu reden.« Er wälzte sich auf mich und heftete mich auf dem Felsen fest. Sein Knie schob sich zwischen meine Oberschenkel und begann, sich sacht hin und her zu bewegen. Allen Umständen zum Trotz gehorchten mir meine Beine nicht. Siebenundzwanzig Jahre Anstand hatten keine Chance gegen mehrere hunderttausend Jahre Instinkt. Mein Kopf mochte zwar etwas dagegen haben, in der unmittelbaren Nähe mehrerer schlafender Soldaten auf einem nackten Felsen genommen zu werden, aber mein Körper betrachtete sich eindeutig als Kriegsbeute und konnte die Kapitulation nicht erwarten. Er küsste mich ausgiebig, und seine sanfte Zunge wanderte durch meinen Mund.
»Jamie«, keuchte ich. Er schob seinen Kilt beiseite und presste meine Hand an sich.
»Grundgütiger«, sagte ich unwillkürlich beeindruckt. Mein Anstandsgefühl schwand weiter dahin.
»Von einem solchen Kampf bekommt man einen fürchterlichen Ständer. Du willst mich doch, oder?«, sagte er und wich ein wenig zurück, um mich anzusehen. Angesichts der Umstände schien jedes Leugnen zwecklos. Er lag hart wie ein Messingrohr an meinem entblößten Oberschenkel.
»Äh … ja … aber …«
Er packte mich mit beiden Händen an den Schultern.
»Sei still, Sassenach«, sagte er in einem Ton, der keine Widerrede duldete. »Es wird nicht lange dauern.«
So war es auch. Meine Klimax begann mit dem ersten machtvollen Stoß, durchdringend und krampfartig. Ich grub meine Finger fest in seinen Rücken und hielt mich fest, während ich in den Stoff seines Hemdes biss, um die Geräusche zu dämpfen. Nach wenigen Bewegungen spürte ich, wie sich seine Hoden zusammenzogen und ihn die warme Flut befreite. Er ließ sich langsam zur Seite sinken und blieb zitternd liegen.
Das Blut hämmerte mir in den Ohren, ein Echo des schwächer werdenden Pulsschlags zwischen meinen Beinen. Jamies Hand lag erschlafft und schwer auf meiner Brust. Als ich den Kopf wandte, konnte ich den schwachen Umriss des Wachtpostens sehen, der auf der anderen Seite des Feuers an einem Felsen lehnte. Er hatte uns taktvoll den Rücken zugekehrt. Ein wenig schockiert stellte ich fest, dass ich nicht einmal verlegen war. Ich fragte mich dumpf, ob ich es wohl am Morgen sein würde, und dann fragte ich mich gar nichts mehr.
Am Morgen verhielten sich alle so wie immer, auch wenn sie sich nach dem Kampf und dem steinigen Nachtlager etwas steifer bewegten. Alle waren bester Laune, selbst die leicht Verletzten.
Die allgemeine Laune besserte sich noch mehr, als Dougal verkündete, dass wir nur bis zu dem Wäldchen reiten würden, das wir von unserer Felsenplattform aus sehen konnten. Dort konnten wir die Pferde tränken und sie grasen lassen, um uns dann ebenfalls ein wenig auszuruhen. Ich fragte mich, ob diese Änderung seiner Pläne Jamies Zusammentreffen mit dem mysteriösen Horrocks beeinflussen würde, doch Jamie schien nicht bestürzt darüber zu sein.
Der Himmel war zwar bedeckt, aber es regnete nicht, und es war warm. Als das neue Lager aufgeschlagen war, die Pferde versorgt und alle Verletzungen einmal mehr kontrolliert waren, blieb es jedem selbst überlassen, im Gras zu schlafen, jagen oder angeln zu gehen oder sich nach mehreren Tagen im Sattel einfach nur die Beine zu vertreten.
Ich saß unter einem Baum und unterhielt mich mit Jamie und Ned Gowan, als einer der Wachtposten zu uns kam und Jamie etwas in den Schoß warf. Es war der Dolch mit dem Mondsteinknauf.
»Deiner, Junge?«, fragte er. »Hab’ ihn heute Morgen zwischen den Felsen gefunden.«
»Er muss mir in der Aufregung aus der Hand gefallen sein«, sagte ich. »Auch gut; ich habe sowieso keine Ahnung, was ich damit tun soll. Wahrscheinlich hätte ich mich nur selbst verletzt, wenn ich versucht hätte, ihn zu benutzen.«
Ned betrachtete Jamie tadelnd über seine Halbbrille hinweg.
»Du hast ihr ein Messer gegeben und ihr nicht beigebracht, wie man es benutzt?«
»Dazu hatte ich doch keine Zeit«, verteidigte sich Jamie. »Aber Ned hat recht, Sassenach. Du solltest lernen, mit einer Waffe umzugehen. Man weiß nie, was unterwegs passiert, wie du gestern Abend ja gesehen hast.«