Und gerade ihretwegen durfte ich ja nicht reden, denn h"atte ich auch nur ein Wort verloren, dann h"atte dies nicht im geringsten Herrn Stalins Entschluss ge"andert, aber die "Uberraschungsm"oglichkeit, die mir als letzte Waffe blieb, w"are dann weggefallen. Und jede solche Vorank"undigung, ja jede Andeutung h"atte Hunderttauseriden von unseren Kameraden das Leben gekostet.

Ich habe deshalb auch in dem Augenblick noch geschwiegen, in dem ich mich endg"ultig entschloss, nunmehr selber den ersten Schritt zu tun. Denn wenn ich schon einmal sehe, dass ein Gegner das Gewehr anlegt, dann werde ich nicht warten, bis er abzieht, sondern dann bin ich entschlossen, lieber selber vorher abzudr"ucken. Es war, das darf ich hier heute aussprechen, der schwerste Entschluss meines ganzen bisherigen Lebens. Ein jeder solcher Schritt "offnet ein Tor, hinter dem sich nur Geheimnisse verbergen, und erst die Nachwelt weiss genau, wie es kam und was geschah.

So kann man sich nur im Innern mit seinem Gewissen abfinden, das Vertrauen aufsein Volk, auf die selbstgeschmiedete Waffenst"arke und schliesslich — was ich fr"uher oft sagte — den Herrgott bitten, dass er dem den Segen gibt, der selbst bereit und gewillt ist, heilig und opfervoll f"ur sein Dasein zu k"ampfen.

Am 22. Juni morgens setzte nun dieser gr"osste Kampf der Weltgeschichte ein. Seitdem sind etwas "uber 3V"us Monate vergangen, und ich kann heute hier eine Feststellung treffen:

Es ist alles seitdem planm"assig verlaufen!

Was immer auch vielleicht im einzelnen der Soldat oder die Truppe an "uberraschendem erleben musste — der F"uhrung ist in dieser ganzen Zeit in keiner Sekunde das Gesetz des Handelns aus der Hand gewunden worden. Im Gegenteil: Bis zum heutigen Tage ist jede Aktion genau so planm"assig verlaufen wie einst im Osten gegen Polen, dann gegen Norwegen und endlich gegen den Westen und auf dem Balkan.

Und noch eines muss ich hier feststellen: Wir haben uns weder in der Richtigkeit der Pl"ane get"auscht, noch in der einmaligen geschichtlichen Tapferkeit des deutschen Soldaten — wir haben uns schliesslich auch nicht get"auscht "uber die G"ute unserer Waffen!

Wir haben uns nicht get"auscht "uber das reibungslose Funktionieren unserer ganzen Organisation der Front, "uber die Beherrschung der gigantischen hinteren R"aume und auch nicht get"auscht "uber die deutsche Heimat.

Wir haben uns aber "uber etwas get"auscht: Wir hatten keine Ahnung davon, wie gigantisch die Vorbereitungen dieses Gegners gegen Deutschland und Europa waren, und wie ungeheuer gross diese Gefahr war, wie haarscharf wir diesmal vorbeigekommen sind an der Vernichtung nicht nur Deutschlands, sondern ganz Europas. Das kann ich heute hier aussprechen.

Перейти на страницу:

Поиск

Нет соединения с сервером, попробуйте зайти чуть позже