Erstens: Deutschland m"usse endg"ultig einwilligen, dass, nachdem sich die Sowjetunion erneut von Finnland bedroht f"uhlte, sie zu einer Liquidierung Finnlands schreiten d"urfte. Ich konnte nicht anders, als diese Zustimmung verweigern.

Die zweite Frage betraf Rum"anien. Es war die Frage, ob die deutsche Garantie Rum"anien auch gegen Sowjetrussland sch"utzen w"urde. Ich musste auch hier zu meinem einmal gegebenen Wort stehen. Ich bereue es nicht, dass ich es getan habe, denn ich habe auch in Rum"anien in General Antonescu einen Ehrenmann gefunden, der auch seinerseits blind zu seinem Wort gestanden hat.

Die dritte Frage betraf Bulgarien, Molotow forderte, dass Sowjetrussland das Recht erhalte, nach Bulgarien Garnisonen zu legen, um damit "uber diesen Staat eine russische Garantie auszu"uben. Was das heisst, wussten wir ja unterdes von Estland, Lettland und Litauen her zur Gen"uge. Ich konnte mich hier darauf berufen, dass eine solche Garantie doch bedingt sei von dem Wunsch des zu Garantierenden. Mir sei aber von einem solchen Wunsche nichts bekannt, und ich m"usste mich daher erst r"uck erkundigen und mich mit meinen Verb"undeten besprechen.

Die vierte Frage betraf die Dardanellen. Russland forderte St"utzpunkte an den Dardanellen. Wenn Molotow das jetzt abzustreiten versucht, ist es nicht weiter verwunderlich. Er wird, wenn er morgen oder "ubermorgen nicht mehr in Moskau sein wird, wahrscheinlich auch abstreiten, dass er nicht mehr in Moskau ist.

Er hat aber diese Forderungen gestellt, und ich habe sie abgelehnt. Ich musste sie ablehnen, und damit war ich mir allerdings klar, dass nunmehr h"ochste Vorsicht am Platze war. Ich habe seitdem Sowjetrussland sorgf"altig beobachtet. Jede Division, die wir feststellen konnten, wurde bei uns gewissen-aft eingetragen und durch Gegenmassnahmen pflichtgem"ass beantwortet. Die Lage war bereits im Mai so weit verd"ustert, dass es keinen Zweifel mehr dar"uber geben konnte, dass Russland die Absicht hatte, bei der ersten Gelegenheit "uber uns herzufallen. Gegen Ende Mai verdichteten sich diese Momente so, dass man nunmehr den Gedanken einer drohenden Auseinandersetzung auf Leben und Tod nicht mehr von sich weisen konnte.

Ich musste nun damals immer schweigen, und es ist mir das doppelt schwer geworden. Nicht so schwer vielleicht der Heimat gegen"uber; denn letzten Endes muss sie begreifen, dass es Augenblicke gibt, in denen man nicht reden kann, wenn man nicht die ganze Nation in Gefahr bringen will. Viel schlimmer ist mir das Schweigen meinen Soldaten gegen"uber gefallen, die nun Division an Division an der Ostgrenze des Reiches standen und doch nicht wussten, was eigentlich vor sich ging, die keine Ahnung hatten von dem, was sich unterdes in Wirklichkeit ver"andert hatte, und die aber eines Tages vielleicht zu einem schweren, ja, dem schwersten Waffengang aller Zeiten antreten mussten.

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