»Äh, nun ja … ja«, sagte ich und trat unwillkürlich einen Schritt zurück. »So habe ich es gemeint.« Er packte meine Arme, und ich stellte fest, dass sich die Feuersbrunst auch auf seine Hände ausgebreitet hatte. Seine schwieligen Handflächen waren so heiß, dass ich zurückfuhr.
»Nun, vielleicht schulde ich dir nichts, Sassenach«, sagte er, »aber du schuldest mir etwas! Komm her!« Er nahm mein Gesicht in seine Hände und drückte seinen Mund auf den meinen. Dieser Kuss hatte nichts Sanftes oder Anspruchsloses an sich, und ich kämpfte dagegen an und versuchte, mich ihm zu entwinden.
Er bückte sich, schob mir den Arm unter die Knie und hob mich auf, ohne meine Befreiungsversuche zu beachten. Mir war nicht klar gewesen, wie groß seine Körperkraft tatsächlich war.
»Lass mich los!«, befahl ich. »Was glaubst du denn, was du da tust?«
»Nun, ich hätte gedacht, dass das hinreichend eindeutig ist, Sassenach«, sagte er zähneknirschend. Er senkte den Kopf, und sein klarer Blick durchbohrte mich wie ein heißes Eisen. »Aber wenn du es gern ausbuchstabiert hättest«, sagte er, »ich habe vor, dich ins Bett zu bringen. Auf der Stelle. Und dich dortzubehalten, bis du begriffen hast, was genau du mir schuldig bist.« Und er küsste mich wieder, berechnend brutal, so dass mein Protest erstickt wurde.
»Ich will aber nicht mit dir schlafen!«, brachte ich heraus, als er meinen Mund schließlich freigab.
»Ich habe nicht vor zu schlafen, Sassenach«, erwiderte er. »Zumindest noch nicht.« Er erreichte das Bett und setzte mich sorgfältig auf die Bettdecke mit dem Rosenmuster.
»Du weißt ganz genau, was ich meine!« Ich wälzte mich über das Bett, um ihm über die andere Seite zu entwischen, wurde aber von seinem festen Griff an meiner Schulter gebremst, der mich so drehte, dass ich ihn wieder ansehen musste. »Ich will dich auch nicht lieben!«
Blaue Augen flammten aus nächster Nähe auf mich nieder, so dass mir der Atem verging.
»Ich habe dich nicht nach deinen Wünschen gefragt, Sassenach«, fuhr er mit gefährlich leiser Stimme fort. »Du bist meine Frau, was ich dir schon oft genug erklärt habe. Es war zwar vielleicht nicht dein Wunsch, mich zu heiraten, aber es war dein Entschluss. Und falls es dir damals nicht aufgefallen sein sollte, in deinem Teil des Geschehens kam das Wort ›Gehorsam‹ vor. Du bist meine Frau, und wenn ich dich will, dann nehme ich dich, verdammt!« Seine Stimme wurde während dieser Worte immer lauter, bis er beinahe brüllte.
Ich erhob mich zum Knien, die geballten Fäuste an den Seiten, und brüllte zurück. Das unterdrückte Elend der vergangenen Stunde hatte den Explosionspunkt erreicht, und ich kannte keinerlei Zurückhaltung mehr.
»Ich
Einen Moment sah er mich finster an, dann trat er abrupt beiseite. »Dann geh«, sagte er und wies mit dem Kopf zur Tür. »Wenn es das ist, was du von mir denkst, will ich dich nicht aufhalten.«
Einen Moment beobachtete ich ihn zögernd. Er hatte die Zähne wütend zusammengebissen und überragte mich wie der Koloss von Rhodos. Diesmal hatte er seine Wut fest im Griff, auch wenn er jetzt nicht weniger aufgebracht war als auf der Straße nach Doonesbury. Doch er meinte es ernst. Wenn ich mich entschloss zu gehen, würde er mich nicht aufhalten.
Ich hob das Kinn und biss meinerseits die Zähne fest zusammen. »Nein«, widersprach ich. »Nein. Ich laufe nicht davon. Und ich habe keine Angst vor dir.«
Sein Blick heftete sich auf meinen Hals, wo mein Puls vor sich hin raste.
»Aye, ich verstehe«, sagte er. Er starrte auf mich hinunter, und sein Gesicht entspannte sich langsam, bis es eine Miene der widerstrebenden Zustimmung angenommen hatte. Er setzte sich vorsichtig auf das Bett, wahrte dabei aber den Abstand zu mir, und auch ich nahm argwöhnisch Platz. Er holte mehrmals tief Luft, ehe er redete, und seine Gesichtsfarbe näherte sich allmählich wieder ihrem üblichen Bronzeton an.
»Ich laufe auch nicht davon«, sagte er schroff. »Also. Was bedeutet ›verfickt‹?«
Meine Überraschung musste deutlich in meinem Gesicht zu lesen gewesen sein, denn er sagte gereizt: »Wenn du mich beschimpfen musst, ist das eine Sache. Aber ich möchte nicht mit Namen bedacht werden, auf die ich nicht reagieren kann. An der Art, wie du es gesagt hast, kann ich erkennen, dass es ein verdammt schmutziges Wort ist, aber was bedeutet es?«
Ich war überrumpelt und musste zittrig lachen. »Es … es bedeutet … das, was du mit mir vorhattest.«
Er zog die Augenbraue hoch, und seine Miene war säuerlich belustigt. »Oh, das. Du hast recht, es ist ein verdammt schmutziges Wort. Und was ist ein Sadist? So hast du mich vor ein paar Tagen genannt.«