»Nein!«, keuchte ich. »Halt! Bitte! Du tust mir weh!« Schweißperlen liefen ihm über das Gesicht und fielen auf das Kissen und auf meine Brüste. Unsere Körper begegneten sich mit einer Wucht, die unhaltbar die Grenze zum Schmerz überschritt. Meine Oberschenkel schmerzten, und meine Handgelenke fühlten sich an, als würden sie brechen, doch er ließ nicht locker.

»Aye, bitte mich um Gnade, Sassenach. Aber du bekommst sie nicht, noch nicht.« Sein Atem war schnell und heiß, doch er legte keine Anzeichen der Ermüdung an den Tag. Mein ganzer Körper krampfte sich zusammen, und meine Beine erhoben sich, um ihn zu umschlingen, das Gefühl zu umfassen.

Mein Echo kannte keinen Anfang und kein Ende; es war ein unablässiger Schauder, der mit jedem Stoß einen Gipfel erklomm. Sein Hämmern war eine Frage, die sich unablässig in mir wiederholte und nach einer Antwort verlangte. Wieder drückte er mir die Beine flach und trug mich über den Schmerz hinaus zur puren Lust, jenseits der Kapitulation.

»Ja!«, rief ich. »O Gott, Jamie, ja!« Er packte mein Haar und zog an meinem Kopf, so dass ich seine Augen sah, aus denen der wütende Triumph leuchtete.

»Aye, Sassenach«, murmelte er und beantwortete eher meine Bewegungen als meine Worte. »Mein sollst du sein!« Seine Hände senkten sich auf meine Brüste, drückten zu, streichelten mich, dann glitten sie mir an den Seiten hinunter. Er ruhte jetzt mit dem ganzen Gewicht auf mir, um mich zu umfassen, mich anzuheben und noch tiefer einzudringen. Ich schrie, und er brachte meinen Mund mit dem seinen zum Verstummen, kein Kuss, sondern eine neue Attacke, die meine Lippen zwang, sich zu öffnen, mir das Gesicht mit Bartstoppeln zerkratzte. Er stieß fester und schneller zu, als wollte er meine Seele bezwingen, so, wie er meinen Körper bezwang. Ob in Körper oder Seele, irgendwo entzündete er einen Funken, und aus der Asche der Hingabe entsprangen als Antwort rasende Leidenschaft und tobende Not. Ich bäumte mich ihm entgegen, Stoß um Stoß. Ich biss ihn in die Unterlippe und schmeckte Blut.

Dann spürte ich seine Zähne an meinem Hals und grub ihm die Fingernägel in den Rücken. Ich kratzte ihn vom Nacken bis zum Kreuz und trieb ihn selbst an, sich schreiend aufzubäumen. Wir fielen verzweifelt übereinander her, bissen und kratzten und gierten nach Blut, und jeder versuchte, den anderen in sich hineinzuziehen, verzehrt von der Begierde, eins zu sein. Mein Schrei stimmte in den seinen ein, und endlich verloren wir uns ineinander in jenem letzten Moment der Erlösung und der Vollendung.

Ich kam nur langsam wieder zu mir. Ich lag halb auf Jamies Brust, und unsere verschwitzten Körper klebten aneinander, Oberschenkel an Oberschenkel. Er hatte die Augen geschlossen und atmete schwer. Ich konnte sein Herz unter meinem Ohr hören; es schlug in jenem übernatürlich langsamen, machtvollen Rhythmus, der auf die Klimax folgt.

Er spürte, wie ich erwachte, und zog mich an sich, als wollte er noch für einen Moment die Einheit bewahren, die wir in diesen letzten Sekunden unseres gewagten Beisammenseins erreicht hatten. Ich legte mich neben ihn und nahm ihn in die Arme.

Jetzt öffnete er die Augen und seufzte, und sein breiter Mund verzog sich zu einem schwachen Lächeln, als sein Blick den meinen traf. Wortlos fragend zog ich die Augenbrauen hoch.

»Oh, aye, Sassenach«, antwortete er ein bisschen reumütig. »Ich bin dein Meister … und du meine Meisterin. Anscheinend kann ich deine Seele nicht besitzen, ohne die meine zu verlieren.« Er drehte mich auf die Seite und schlang seinen Körper um mich. Das Zimmer kühlte sich jetzt im Abendwind ab, der durch das Fenster wehte, und er streckte die Hand aus, um eine Bettdecke über uns zu ziehen. Du bist wirklich schnell von Begriff, Junge, dachte ich schläfrig. Frank hat das nie herausgefunden. Ich schlief ein, von seinen Armen fest umschlossen, seinen Atem warm im Ohr.

Als ich am nächsten Morgen erwachte, schmerzte jede Faser meines Körpers. Ich schlurfte zum Nachtgeschirr, dann zur Waschschüssel. Mein Inneres fühlte sich an wie frisch gestampfte Butter. Ich fühlte mich, als hätte man mit einem stumpfen Gegenstand auf mich eingeprügelt, dann dachte ich, dass das der Wahrheit doch recht nahe kam. Ich konnte besagten Gegenstand sehen, als ich wieder zum Bett trat. Jetzt sah er relativ harmlos aus. Sein Besitzer erwachte, als ich mich neben ihn setzte, und betrachtete mich mit einer Miene, die doch sehr nach männlicher Süffisanz aussah.

»Scheint so, als hättest du eine harte Nacht gehabt, Sassenach«, sagte er und legte den Finger sacht auf einen blauen Fleck an der Innenseite meines Oberschenkels. »Bisschen wund geritten, wie?«

Ich kniff die Augen zusammen und zeichnete eine tiefe Bissspur auf seiner Schulter nach.

»Du siehst aber auch leicht mitgenommen aus, mein Junge.«

Перейти на страницу:

Похожие книги