»Ach ja«, sagte er in breitem Schottisch, »wenn man mit einem Drachen ins Bett geht, muss man damit rechnen, gebissen zu werden.« Er hob die Hand, legte sie mir in den Nacken und zog mich zu sich hinunter. »Komm her zu mir, Drache. Beiß mich noch einmal.«
»Oh nein, das tu ich nicht«, sagte ich und wich zurück. »Das geht nicht; mir tut alles viel zu weh.«
James Fraser war ein Mann, der sich mit einem Nein nicht abspeisen ließ.
»Ich bin auch ganz sanft«, bettelte er und zog mich unausweichlich unter die Decke. Und er war tatsächlich sanft, so sanft, wie es nur ein starker Mann sein kann. Er wiegte mich wie ein Vogelei und hofierte mich mit einer demütigen Geduld, die ich als Wiedergutmachung erkannte – und mit einer beharrlichen Sanftheit, von der ich wusste, dass sie die Fortsetzung der Lektion war, die in der Nacht zuvor so brutal begonnen hatte. Sanft würde er sein, ablehnen ließ er sich nicht.
Er erschauerte in meinen Armen, als er zum Ende kam, zitterte vor Anstrengung, sich nicht zu bewegen, mir nicht durch Heftigkeit weh zu tun, und ließ sich vom Augenblick dahintragen.
Hinterher blieben wir vereint, während er die verblassenden Flecken nachzeichnete, die seine Finger vor zwei Tagen unterwegs auf meinen Schultern hinterlassen hatten.
»Das tut mir leid,
Ich lachte ein wenig ironisch. »Du entschuldigst dich für
»Och?« Er wich zurück, um mich genauer zu inspizieren. »Nun ja, dafür habe ich mich schon entschuldigt«, entschied er dann und berührte meine Schulter. »
»Nun ja, wer mit einem Drachen ins Bett geht …«, sagte ich und grinste. »Dafür bekommst du ebenfalls keine Entschuldigung.« Er lachte als Erwiderung und zog mich auf sich.
»Ich habe ja auch gar nicht gesagt, dass ich eine Entschuldigung will, oder? Wenn ich mich recht erinnere, sagte ich ›Beiß mich noch einmal‹.«
Vierter Teil
Kapitel 24
Ha! mir juckt der Daumen schon
Der Aufruhr, der auf unsere plötzliche Ankunft und das Bekanntwerden unserer Hochzeit folgte, wurde beinahe augenblicklich durch ein wichtigeres Ereignis in den Schatten gestellt.
Am nächsten Abend saßen wir beim Essen im großen Saal und nahmen die Trinksprüche und guten Wünsche entgegen, die uns zu Ehren ausgebracht wurden.
Jamie verbeugte sich elegant vor dem jüngsten Gratulanten und setzte sich unter dem Applaus, der jetzt sporadischer wurde. Die Holzbank erbebte unter seinem Gewicht, und er schloss kurz die Augen.
»Wird es jetzt doch ein bisschen viel?«, flüsterte ich. Er hatte die ganze Wucht der Trinksprüche über sich ergehen lassen und bei jedem Becher mitgehalten, der auf uns geleert wurde, während ich bis jetzt mit ein paar Anstandsschlückchen davongekommen war und zu den unverständlichen gälischen Reden strahlend gelächelt hatte.
Er öffnete die Augen, blickte auf mich hinunter und lächelte seinerseits.
»Ob ich betrunken bin, meinst du? Nein, ich könnte das den ganzen Abend trinken.«
»Das hast du doch praktisch auch getan«, wandte ich mit einem Blick auf das Sammelsurium leerer Weinflaschen und Bierkrüge ein, die vor uns aufgereiht standen. »Langsam wird es spät.« Die Kerzen auf Colums Tisch waren fast heruntergebrannt. Ihr flüssiges Wachs leuchtete golden, und ihr Licht warf seltsame Flecken aus Schatten und aufglänzender Haut auf die MacKenzie-Brüder, die die Köpfe zusammengesteckt hatten und sich leise unterhielten. Sie hätten gut in die Gesellschaft der steinernen Gnomenköpfe gepasst, die den Kamin einfassten, und ich fragte mich, wie viele dieser Karikaturen wohl an die gönnerhaften Züge früherer Burgherren oder naher Verwandter angelehnt waren – vielleicht von einem Steinmetz mit einem ausgeprägten Sinn für Humor.
Jamie räkelte sich ein wenig und verzog das Gesicht.
»Andererseits«, sagte er, »platzt mir gleich die Blase. Ich bin sofort zurück.« Er stützte sich mit den Händen auf die Bank, hüpfte leichtfüßig darüber hinweg und verschwand mit festen Schritten durch den Eingang am unteren Ende des Speisesaals.